Norwegen – Das Programm 2019

 

 


 

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MEDIENMITTEILUNG 28. Oktober 2019

Nordwind adieu

Die Literaturtage Zofingen 2019 mit Gästen aus Norwegen und viel Publikum in den Sälen ist zu Ende und hinterlässt neue Horizonte.

„Am Anfang vorsichtig, aber dann herzlich“ fasste bei der Eröffnung der Norwegische Botschafter Erik Førner die Gemeinsamkeiten der Mentalitäten der beiden Länder zusammen. Der volle Bürgersaal und die Begrüßungsworte des Landammanns des Kantons Aargau, Urs Hoffmann, und das Willkommen durch den Zofinger Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger sowie durch Sabine Schirle und Markus Kirchhofer, umrankt von der Musik der Violinistin Marta Lindvik und literarischem Witz von Simon Chen ließ erahnen, wie bunt das Programm 2019 sein wird.

Der schreibende Nachwuchs aus der Kantonsschule Zofingen präsentierte unter dem Meisterslammer Joël Perrin im Goldenen Ochsen Texte aller Emotionsfacetten im gerammelt vollen Saal, was auf die kommende Generation von Schreibenden und Lesenden hoffen lässt.

An den Gesprächen, Lesungen im Kunsthaus und der Soiréeim Kulturhaus West konnten durchschnittlich zwischen 50 und 90 Besucherinnen und Besucher gezählt werden. DasCafé, mit der Ausstellung „Reise ins ewige Eis“, die von Bjørn Ousland mit Kindern der Primarschule Oftringen realisiert wurde, gestaltete sich als der perfekte stimmige Begegnungsort, samt des von der Oktobersonne verwöhnten Vorplatzes.

 

Schnee und Fragen ansLeben

Die Koordinatorin des norwegischen Literaturprogramms an der Frankfurter Buchmesse, Andrine Pollen, führte das Publikum in eine mannigfaltige Vielfalt der Norwegischen Gegenwartsliteratur, die durch die angereisten Autorinnen und Autoren unterhaltsam bestätigt wurde. So sagte die Bestseller-Krimiautorin Unni Lindell augenzwinkernd, dass sie eigentlich wie die Engländer schreibe,aber dann einfach Schnee drauflege. Ida Hegazi Høyer ließ mit ihrem Roman „Trost“ in die Seele der aktuellen Generation blicken, die oft rastlos die Liebe sucht und Helga Flatland hinterfragt mit dem Roman „Eine moderne Familie“ den Zeitgeist durch verschiedene Sichtweisen. Die Begegnungen mit den Schweizer Literaturschaffenden Simone Lappert und Hansjörg Schertenleib und ihren nordischen Kolleginnen und Kollegen vermittelten Einblicke einerseits in Gegenwelten bei der Arbeit und zugleich in die Gemeinsamkeiten der Lust am Erzählen. Ob Oslo, Maineoder Zofingen, in allen Gesellschaften und Welten stellen die Menschen dieselben Fragen ans Leben, was sich auch in der Literatur widerspiegelt.

Der Welt muss kritisch begegnet werden, ob mit Fragen unseres Umgangs mit dem Rohstoff Öl und der Natur, so im Buch „Maud und Aud“ von Gunstein Bakke, oder wie es Johan Harstad in seinem Wälzer „Max, Mischa und die Tet-Offensive“ tut, in dem er eine weltumspannende Geschichte erzählt, die vom Kinderspiel im Wald bis zum Vietnamkrieg führt.

Wie wichtig die Arbeit oder besser gesagt, die Kunst des Übersetzens für gute Literatur ist, machten die anwesenden Sabine Gisin und Elke Ranzinger deutlich, denn sie fungieren als Anwältinnen für die Erzählkraft in der Originalsprache. Auch nach den Fragen der Moderatorinnen und Moderatoren wie Britta Spichiger, Bettina Spoerri, Hans Ulrich Probst und Hans Joerg Zumsteg auf der Bühne, blieb zum Glück noch Zeit in den Pausen, weitere an die Kulturschaffenden stellen zu können, was das Publikum reichlich nutzte.

 

Hurtig in die Buchhandlung

In der Schlussrede des Schauspielers und Dichters, Hanspeter Müller-Drossaart, die in einem tosenden Applaus mündetet, hielt er folgendes fest: „Jeden Tag bringt ein Schiff das Fremde zu Fremden, ermöglicht dem hiesigen nach Hause zu kommen oder von der Küste in die Fremde aufzubrechen. Falls es ihnen hier im schweizerischen Kerngehäuse also zu heimelig und bekannt vorkommt, ein kleiner Tipp: Auch in Ihrer Stadt gibt es eine Bücherschiffstation: Hurtig in Ihre Leib-Buchhandlung, die Bücher liegen bereit.“

Der Programmverantwortliche Markus Kirchhofer und die Präsidentin der Literaturtage Sabine Schirle, ziehen ein fröhliches Fazit und zeigen sich erfreut über den anregenden Esprit, der sich durch die Tage zog und sicher noch bei vielen Besucherinnen und Besuchern nachhallen wird und kommen zum Schluss, dass das Kunsthaus der perfekt zentrale Ort war, sowie es eine sehr gute Sache sei, den literarischen Geist anderer Länder in die Schweiz, in den Aargau und nach Zofingen zu bringen. Man winke etwas wehmütig Norwegen nach, aber Kanada für 2020 schon entgegen.

Gillian Fizet, die Direktorin des kanadischen Auftritts an der Frankfurter Buchmesse 2020, gab einen Ausblick auf ein faszinierendes mehrsprachiges und kulturreiches Kanada, was jetzt schon die Vorfreude für auf den Besuch hier in Zofingen anfachte.

Die Literaturtage Zofingen 2020 mit Gastland Kanada finden vom 23. – 25. Oktober statt.

Zum Nachprogramm mit Illustrationen, Texten und Jazz aus Norwegen in Wohlen und Aarau finden Sie hier die Details:

http://literaturtagezofingen.ch/wp-content/uploads/2019/09/Zofingen-Nachprogramm.pdf

Ihr Team der Literaturtage Zofingen

www.literaturtagezofingen.ch

 


 

MEDIENMITTEILUNG September 2019

Auf Norwegisch suchen, lieben und genießen  – Literaturtage Zofingen 2019

Die Literaturtage Zofingen präsentieren vom 25. bis 27. Oktober 2019 eine Vielfalt der Kultur Norwegens, die überraschen wird. Einmal mehr gelingt es in Zusammenarbeit mit der Buchmesse Frankfurt, Kulturschaffende aus dem Gastland Norwegen in die Schweiz einzuladen um eine Welt im Norden zu entdecken, die fremd und doch so nah sein kann. Nun ist das ganze Programm bekannt.

Die Küstenlinie von Norwegen hat eine Länge von 25’000 km. Norwegen war im Mittelalter eine Großmacht und ist seit 114 Jahren ein politisch selbstständiges Land. Die Menschen in diesem Land des Nordens verleben nicht nur ganze Tage in der Sonne oder im Dunkeln, sondern ringen um die Fragen des Lebens, wie wir es hier auch tun. Daraus entstehen ebenso Kulturen von Musik, Kunst und Literatur, die sich in der Zähringerstadt Zofingen vielfältig präsentieren.

 

Aus Norwegen reisen an:

Gunstein Bakke

Helga Flatland

Johan Harstad

Ida Hegazi Høyer

Unni Lindell

Bjørn Ousland

Eivind Hofstad Evjemø

Andrine Pollen

 

Weitere Teilnehmende:

Simon Chen

Gillian Fizet

Matthias Gnehm

Simone Lappert

Marta Lindvik

Duo Mandatar

Hanspeter Müller-Drossaart

Yvonne Oesch

Hans Ulrich Probst

Elke Ranzinger

Hansjörg Schertenleib

Britta Spichiger

Bettina Spoerri

Stefan Weidle

Hans Joerg Zumsteg

 

Das ganze Programm mit allen Namen, Orten und Zeiten finden Sie per Mausklick hier oder können es per Post anfordern: http://literaturtagezofingen.ch/wp-content/uploads/2019/08/Literaturtage-Zofingen-2019-DAS-PROGRAMM.pdf

 

Warm-Up vor dem Festival

Vor dem eigentlichen Festival wird der Norwegenkenner HansJoerg Zumsteg quasi als Warm-Up am 18. September um 19:30 Uhr in der Buchhandlung am Kirchplatz in seinem Vortrag das Land portraitieren und dem Publikum nahe bringen.

An den selben Ort lädt die Programmkommission am 26. September um 19 Uhr zum Bücherabend ein. Cécile Vilas, Direktorin Memoriav Bern, und Markus Kirchhofer, Programmleiter Literaturtage Zofingen, stellen die Autorinnen und Autoren aus Norwegen vor. Sie vermitteln ihre Leseeindrücke der druckfrischen Bücher, aus denen die Schreibenden an den Literaturtage lesen werden.  

 

Die Suche nach Sinn, Nordpol in Wort und Bild

Das Theater Orchester Biel Solothurnwidmet sich im Schauspiel „Peer Gynt“ von Henrik Ibsen dem Sohn einer verarmten Witwe, der getrieben ist von der Gier nach Macht und mehr. Ibsens Stück gehört heute zur Weltliteratur, in der es um Fantasie und die Suche nach dem Sinn des Lebens geht.

Für Fridtjof Nansen war wohl der Nordpol der Sinn seines Lebens in den Jahren vor dem zweiten Weltkrieg und ihm widmet der Autor und Illustrator Bjørn Ousland Workshops und eine Ausstellung mit Beteiligung von Schülerinnen und Schülern. Die Arbeiten werden während des Festivals im Kunsthaus Zofingen gezeigt.

Zusammen mit dem bekannten Graphic-Novel-Star, Matthias Gnehm,wird sich Ousland über die gestalterischen Möglichkeiten zwischen Bild und Text unterhalten. Beide werden auch ihre neuen Bücher vorstellen „Reise ins ewige Eis“ und „Salzhunger“.

 

Eröffnung im Rathaus

Am Freitag, 25. Oktober um 18 Uhr werden im Zofinger Rathaus die Literaturtage eröffnet. Mit diesen Gästen:

Erik Førner, Botschafter der Königlich Norwegischen Botschaft der Schweiz

Urs Hofmann, Landammann Kanton Aargau

Hans-Ruedi Hottiger, Stadtammann Zofingen

Marta Lindvik, Violinistin

Simon Chen, Kabarettist

Sabine Schirle, Präsidentin Literaturtage Zofingen

Markus Kirchhofer, Programmleiter

 

 

Appetizer aus dem Programm

Andrine Pollen, Koordinatorin des norwegischen Literaturprogramms für die Frankfurter Buchmesse, präsentiert einen Überblick über die norwegische Gegenwartsliteratur. Diese erlebt seit Jahrzehnten ein Goldenes Zeitalter.

 

Menschen im Ausnahmezustand

Johan Harstads «Max, Mischa & die Tet-Offensive» erzählt vom Erwachsenwerden, von Kunst, Musik und dem Vietnamkrieg. Ida Hegazi Høyers namenlose Protagonistin beginnt in Lissabon, Berlin und Brüssel je eine Beziehung: einmal mit einem Mann, einmal mit einer Frau, einmal mit einem viel jüngeren Mann. «Trost» erzählt von rastloser Liebe zwischen Anonymität und Begehren. In Simone Lapperts «Der Sprung» steht eine junge Frau auf einem Dach. Beide erzählen von Menschen, die aus dem Alltag fallen.

 

Vorbild Norwegen?

Norwegens Literatur für ein junges Publikum blüht: Jährlich erscheinen Hunderte von Büchern in allen Genres. Wie ist das möglich? Was kann die Schweiz von Norwegen lernen? Unter Leitung von Elisabeth Eggenberger vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM), suchen die Autorin Helga Flatland und Judith Manz, Beauftragte für Sprach- und Leseförderung im Kanton Aargau, nach Antworten.

 

Kunstszene Norwegen

Nach Berlin und Hamburg ist die Ausstellung «Georg Grosz meets Mulysses in Slapsefjell – Zeitgenössische Illustrationen aus Norwegen» an den Literaturtagen Zofingen zu Gast. Es ist eine Auswahl von über 30 Kunstwerken, geschaffen von elf norwegischen Illustratorinnen und Illustratoren. Zu sehen im Kunsthaus.

 

Musik mit Blick in die Seele

Die Kultur und der Charakter eines Landes werden nicht nur durch seine Literatur bestimmt, auch die Komponisten und Musiker einer Nation prägen wesentlich die Wahrnehmung der Menschen.Mit der norwegischen Soirée wird beides verknüpft: Literatur und Musik zusammen erklingen lassen und Sie in die Kultur Norwegens eintauchen lassen. Die musikalischen Darbietungen umrahmen die szenische Lesung aus dem berühmten Buch «Flügel in Flammen» von Dagny Juel. Yvonne Oesch hat sie speziell für diesen Abend arrangiert und präsentiert sie zusammen mit Stefan Weidle, dem Verleger des Buches. 

 

Verlieben und Scheiden

Am siebzigsten Geburtstag von Papa teilen die Eltern ihren drei Kindern Liv, Ellen und Håkon mit, dass sie sich scheiden lassen.In Helga Flatlands Roman «Eine moderne Familie» wird die verfallende Familienidylle aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Ida Hegazi Høyer erzählt in «Trost» von der Kälte und der Einsamkeit dreier Großstädte – und von drei Paaren, die sich in ihnen finden.

 

Krimidoppel Norwegen – Schweiz

Unni Lindell hat über 150 literarische Morde auf dem Gewissen. Sie gilt als Königin des norwegischen Kriminalromans und liest aus dem neusten Fall ihrer Kommissarin Marian Dahle: «Im Wald wirst du schweigen». Der Schweizer Schriftsteller Hansjörg Schertenleib bespielt in seinem Maine-Krimi «Die Hummerzange» die Ostküste der USA. Die pensionierte Aargauer Kriminalpolizistin Corinna Holder findet die Leiche eines umstrittenen Investors, im Meer schwimmend, mit einer Hummerzange übel zugerichtet … 

 

Herausforderung: Literarisches Übersetzen

Wie verläuft die Zusammenarbeit Autor – Übersetzerin – Verlag? Wie fördert Norwegen das Übersetzen seiner Literatur? Ein Podiumsgespräch mit der Übersetzerin Sabine Gisin, den Autoren Gunstein Bakke und Johan Harstad, deren Bücher ins Deutsche übersetzt wurden unter der Leitung von Cécile Vilas.

 

Abrundung und Ausblick

Der bekannte Schauspieler und Vielleser, Hanspeter Müller-Drossaart, hält sein abschließendes „Das Wort zum literarischen Sonntag“ und Gillian Fizet, die Direktorin des kanadischen Auftritts 2020, gibt einen Ausblick auf die Kultur ihres mehrsprachigen Landes.

Alle Informationen zum Programm finden Sie im Programmheft hier per Mausklick…

Für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung bedankt sich das Literaturtage-Team:, Sabine Schirle, Kalliopi Känzig, Petra Fernandes-Mehler, Markus Kirchhofer, Kuno Walter und Urs Heinz Aerni

 

FÖRDERER, SPONSOREN, PARTNER:

Königlich Norwegische Botschaft in der Schweiz, Frankfurter Buchmesse, NORLA (Norwegian Literature Abroad) Oslo, Swisslos Kanton Aargau, Stadt Zofingen, Ringier, Siegfried, Kunsthaus Zofingen, Aargauer Literaturhaus Lenzburg, Schweizerischer Werkbund, Musik & Theater Zofingen, Stadtbibliothek Zofingen, Volkshochschule Zofingen, Buchhandlung Leserei, Gasthof zum Goldenen Ochsen Zofingen, Kultur macht Schule des Kantons Aargau, Kantonsschule Zofingen, Schule Oftringen, Aargauer Kantonsbibliothek, Mediothek der Kantonsschule Wohlen.