20. Oktober 2018, 10:30 Uhr, Stadtbibliothek Zofingen

Tendenzen der georgischen Gegenwartsliteratur

«In einem Volk mit weniger als vier Millionen Sprechern, wird man kaum eine bedeutende literarische Tradition vermuten», sagt Donald Rayfield, Professor für Russisch und Georgisch an der Universität London, und ergänzt: «Es ist umso erstaunlicher, dass die georgische Literatur zu den reichsten, und ausgereiftesten der Erde zählt.» Und doch kam diese reichhaltige Tradition an der Schwelle zum 21. Jahrhundert fast zum Erliegen. Im Nachgang zum Zerfall der Sowjetunion und dem daraus folgenden wirtschaftlichen Notstand kam es zu einem Zusammenbruch der georgischen Literaturszene. Es gab keine Verlage mehr, keine Buchhandlungen, keine Finanzierungshilfen für die Publizierung neuer Werke. Erst in den letzten Jahren erwachte wieder das Interesse von Förderinitiativen beispielsweise aus der Schweiz.

Was hat sie uns zu sagen, diese neuere georgische Literatur? Trifft sie den Nerv der Zeit? Kann sie gesellschaftliche Diskussionen anstossen? Welchen Erzählstrategien folgt sie?

Alexander Kartosia