Herzlich willkommen!

გამარჯობა!

Wer Georgien bereist hat, schwärmt von dessen Gastfreundschaft. Umso mehr freuen wir uns, selber Gastgeberin für Autorinnen und Autoren aus Georgien sein zu dürfen. In Georgien nimmt die Literatur eine ganz andere gesellschaftliche und politische Funktion ein als in der Schweiz. Mutig rückt sie der noch weitgehend unverarbeiteten Geschichte des Landes zu Leibe, durchbricht hartnäckige Denkverbote und stösst die Diskussion an. So politisch unabhängig die sonnige Wiege der Weinkultur am Kaukasus seit 1991 ist: Noch immer wirkt im Land mit heute 3.7 Millionen Einwohnern die Zeit sowjetrussischer Herrschaft nach. Das Verhältnis ist problematisch geblieben Die wirtschaftliche Abhängigkeit zu Russland besteht fort. Ein grosser Teil der Bevölkerung ist arm. Von einem Demokratieverständnis wie in Zentraleuropas ist Georgien noch weit entfernt. Die aktuellen literarischen Erscheinungen reflektieren mit blühender Phantasie und viel Engagement die jüngste, wechselhafte politische Vergangenheit des Landes.

Die Autorin Nino Haratischwili, die prominenteste literarische Stimme Georgiens, wird uns ihr druckfrisches Buch «Die Katze und der General», das vom Zerfall des Sowjetreichs und dessen Folgen handelt, vorstellen. Weitere starke Stimmen sind Beka Adamaschwili, Salome Benidze, Lasha Bugadze, Davit Gabunia, Zurab Karumidze, Iunona Guruli und Tatia Nadareischwili. In moderierten Doppellesungen stellen sie sich dem intensiven Dialog mit ihren Landsleuten. Darüber hinaus treffen sie auch auf die Zofinger Schriftstellerin Margrit Schriber und den Berner Schriftsteller Lukas Hartmann.

Georgien kennt ein eigenes Alphabet und Schriftsystem. Das Übersetzergespräch verschafft den Eigenheiten der georgischen Sprache Gehör. Georgisches Selbstverständnis ins Bild rückt die Ausstellung «Der Balkon» im Kunsthaus.
An der Eröffnung wie auch am Kulturabend am Samstag vermitteln wir Lebenskultur und Lebensgenuss nach georgischer Art. Nutzen Sie eine der zahlreichen Gelegenheiten, persönlich mit Autorinnen und Autoren, Moderatorinnen und Moderatoren sowie Übersetzerinnen und Übersetzern ins Gespräch zu kommen.

Sabine Schirle, Präsidentin Literaturtage Zofingen