Marcel Ruijters

Hieronymus Bosch

Über den niederländischen Maler Hieronymus Bosch, der eigentlich Jheronimus van Aken hiess und gerne mit Bosch in Anlehnung an seine Heimatstadt s‘Hertogenbosch signierte, sind nur rudimentäre Lebensdaten bekannt. Das hält Marcel Ruijters nicht davon ab, sich diesem ebenso rätselhaften wie populären Künstler der Renaissance, der um 1450 zur Welt kam und im August 1516 starb, anzunähern. Seine 154-seitige Graphic Novel, an der er vier Jahre lang gearbeitet hat, ist nicht nur eine Biographie, die sich mit Vor- und Umsicht der wenigen historischen Fakten annimmt. Ebenso sehr lässt er ein drastisches Sittengemälde der Zeit entstehen, in der Hieronymus Bosch gewirkt hat. Armut, Krankheit und Entbehrungen des täglichen Lebens in einer mittelalterlichen Stadt sind ebenso bildhaft und einprägsam eingefangen wie die Bigotterie von Kirche und Adel.

Darüber hinaus gelingt es Ruijters für die Atmosphäre der phantastischen und grotesken Welt Boschs  eine Entsprechung in seiner eigenen Sprache des Comics zu finden. Er übersetzt die mehrdeutigen Bilder Boschs, die in fein ziselierter Zeichnung Tierisches, Menschliches und Insektenartiges ebenso ineinander überblenden wie Heiliges, Dämonisches, Profanes und  Naturwissenschaftliches  in seinen eigenen holzschnittartigen Stil. In klaren Umrissen changiert dieser zwischen Karikatur, Groteske und zarter Empfindlichkeit.

Mit nüchternem Blick entwirft Ruijters das Bild eines Mannes, der es zwar zum gefragten Künstler brachte, aber letztlich ob der Missstände seiner Zeit und der Unabwägbarkeit der Gunst des Schicksals und der Machtträger litt.

Marcel Ruijters