Norwegen – Der Traum in uns

Vom  25. bis 27. Oktober 2019 begrüßten wir das Gastland Norwegen an den Literaturtagen.

„Der Traum in uns“ war das Motto des Ehrengastes Norwegen an der Frankfurter Buchmesse.  In Anlehnung an ein Gedicht von Olav H. Hauge. Literatur soll die Herzen der Leser öffnen, sie an Orte bringen, an denen sie noch nie zuvor waren. Das multikulturelle  Norwegen will mit Kreativität die Welt verändern und den Weg in die Zukunft ebnen.

MEDIENMITTEILUNG – 28. Oktober 2019

Nordwind adieu

Die Literaturtage Zofingen 2019 mit Gästen aus Norwegen und viel Publikum in den Sälen ist zu Ende und hinterlässt neue Horizonte.

„Am Anfang vorsichtig, aber dann herzlich“ fasste bei der Eröffnung der Norwegische Botschafter Erik Førner die Gemeinsamkeiten der Mentalitäten der beiden Länder zusammen. Der volle Bürgersaal und die Begrüßungsworte des Landammanns des Kantons Aargau, Urs Hoffmann, und das Willkommen durch den Zofinger Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger sowie durch Sabine Schirle und Markus Kirchhofer, umrankt von der Musik der Violinistin Marta Lindvik und literarischem Witz von Simon Chen ließ erahnen, wie bunt das Programm 2019 sein wird.

Der schreibende Nachwuchs aus der Kantonsschule Zofingen präsentierte unter dem Meisterslammer Joël Perrin im Goldenen Ochsen Texte aller Emotionsfacetten im gerammelt vollen Saal, was auf die kommende Generation von Schreibenden und Lesenden hoffen lässt.

An den Gesprächen, Lesungen im Kunsthaus und der Soiréeim Kulturhaus West konnten durchschnittlich zwischen 50 und 90 Besucherinnen und Besucher gezählt werden. DasCafé, mit der Ausstellung „Reise ins ewige Eis“, die von Bjørn Ousland mit Kindern der Primarschule Oftringen realisiert wurde, gestaltete sich als der perfekte stimmige Begegnungsort, samt des von der Oktobersonne verwöhnten Vorplatzes.

 

Schnee und Fragen ansLeben

Die Koordinatorin des norwegischen Literaturprogramms an der Frankfurter Buchmesse, Andrine Pollen, führte das Publikum in eine mannigfaltige Vielfalt der Norwegischen Gegenwartsliteratur, die durch die angereisten Autorinnen und Autoren unterhaltsam bestätigt wurde. So sagte die Bestseller-Krimiautorin Unni Lindell augenzwinkernd, dass sie eigentlich wie die Engländer schreibe,aber dann einfach Schnee drauflege. Ida Hegazi Høyer ließ mit ihrem Roman „Trost“ in die Seele der aktuellen Generation blicken, die oft rastlos die Liebe sucht und Helga Flatland hinterfragt mit dem Roman „Eine moderne Familie“ den Zeitgeist durch verschiedene Sichtweisen. Die Begegnungen mit den Schweizer Literaturschaffenden Simone Lappert und Hansjörg Schertenleib und ihren nordischen Kolleginnen und Kollegen vermittelten Einblicke einerseits in Gegenwelten bei der Arbeit und zugleich in die Gemeinsamkeiten der Lust am Erzählen. Ob Oslo, Maineoder Zofingen, in allen Gesellschaften und Welten stellen die Menschen dieselben Fragen ans Leben, was sich auch in der Literatur widerspiegelt.

Der Welt muss kritisch begegnet werden, ob mit Fragen unseres Umgangs mit dem Rohstoff Öl und der Natur, so im Buch „Maud und Aud“ von Gunstein Bakke, oder wie es Johan Harstad in seinem Wälzer „Max, Mischa und die Tet-Offensive“ tut, in dem er eine weltumspannende Geschichte erzählt, die vom Kinderspiel im Wald bis zum Vietnamkrieg führt.

Wie wichtig die Arbeit oder besser gesagt, die Kunst des Übersetzens für gute Literatur ist, machten die anwesenden Sabine Gisin und Elke Ranzinger deutlich, denn sie fungieren als Anwältinnen für die Erzählkraft in der Originalsprache. Auch nach den Fragen der Moderatorinnen und Moderatoren wie Britta Spichiger, Bettina Spoerri, Hans Ulrich Probst und Hans Joerg Zumsteg auf der Bühne, blieb zum Glück noch Zeit in den Pausen, weitere an die Kulturschaffenden stellen zu können, was das Publikum reichlich nutzte.

 

Hurtig in die Buchhandlung

In der Schlussrede des Schauspielers und Dichters, Hanspeter Müller-Drossaart, die in einem tosenden Applaus mündetet, hielt er folgendes fest: „Jeden Tag bringt ein Schiff das Fremde zu Fremden, ermöglicht dem hiesigen nach Hause zu kommen oder von der Küste in die Fremde aufzubrechen. Falls es ihnen hier im schweizerischen Kerngehäuse also zu heimelig und bekannt vorkommt, ein kleiner Tipp: Auch in Ihrer Stadt gibt es eine Bücherschiffstation: Hurtig in Ihre Leib-Buchhandlung, die Bücher liegen bereit.“

Der Programmverantwortliche Markus Kirchhofer und die Präsidentin der Literaturtage Sabine Schirle, ziehen ein fröhliches Fazit und zeigen sich erfreut über den anregenden Esprit, der sich durch die Tage zog und sicher noch bei vielen Besucherinnen und Besuchern nachhallen wird und kommen zum Schluss, dass das Kunsthaus der perfekt zentrale Ort war, sowie es eine sehr gute Sache sei, den literarischen Geist anderer Länder in die Schweiz, in den Aargau und nach Zofingen zu bringen. Man winke etwas wehmütig Norwegen nach, aber Kanada für 2020 schon entgegen.

Gillian Fizet, die Direktorin des kanadischen Auftritts an der Frankfurter Buchmesse 2020, gab einen Ausblick auf ein faszinierendes mehrsprachiges und kulturreiches Kanada, was jetzt schon die Vorfreude für auf den Besuch hier in Zofingen anfachte.

Die Literaturtage Zofingen 2020 mit Gastland Kanada finden vom 23. – 25. Oktober statt.

Zum Nachprogramm mit Illustrationen, Texten und Jazz aus Norwegen in Wohlen und Aarau finden Sie hier die Details:

http://literaturtagezofingen.ch/wp-content/uploads/2019/09/Zofingen-Nachprogramm.pdf

Ihr Team der Literaturtage Zofingen

www.literaturtagezofingen.ch

 

DER TRAUM IN UNS – Video:

 

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